Ich hörte zum ersten Mal 2011 von Coworking, als ich noch in Melbourne lebte. Ein Kollege, frisch von einer Europareise, konnte es kaum erwarten, von den innovativen Workspaces zu erzählen, die er dort entdeckt hatte. Darunter erregte ein Space in Berlin namens betahaus seine Aufmerksamkeit, und er teilte seine Tour-Erfahrung mit großer Begeisterung.
Mehr als ein Jahr später kündigte ich meinen Bürojob und begab mich auf meine eigene Reise in die weite Welt. Wie das Schicksal es wollte, fand ich mich in Berlin im betahaus Coworking wieder.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich kein Unternehmen und klammerte mich kaum an einen Job. Bald war ich als die Person bekannt, die auftauchte, wenn alle anderen ihren Arbeitstag beendeten, und vorschlug, auf ein Bier zu gehen.

Networking aus einer sozialen Perspektive, statt aus einer Unternehmensperspektive, erwies sich als authentischer, echter und inspirierender. Das Schöne an einer guten Coworking-Umgebung ist, dass sie Freundschaften fördert, die frei von Büropolitik und ohne Erwartungen sind. Statt Allianzen zu schmieden, schließt man echte Freundschaften und hilft einander, ohne etwas zurückzuerwarten. Diese Beziehungen erleichterten meinen Übergang von der Einzelarbeit als Freelancer zu meiner ersten ''Agentur'' – einem Kollektiv kreativer Individuen mit komplementären Fähigkeiten.
Durch die Kontakte, die ich im betahaus knüpfte, begann ich, Freunde zu rekrutieren. Unser Team wuchs, und alle genossen die entspannte, anti-korporative Atmosphäre.
Wir genossen unsere Freiheit, kamen und gingen, wie es uns passte, unternahmen gemeinsame Reisen durch Europa und arbeiteten aus Coworking Spaces in Bulgarien, Barcelona und Amsterdam. Wir veranstalteten Sommer-Retreats in gemieteten toskanischen Villen, arbeiteten tagsüber unter schattigen Bäumen und genossen abends Chianti auf Restaurantterrassen.
So wurde mein neues Leben durch Coworking geboren.
Seitdem habe ich nie zurückgeblickt. Ich bin nie zu meinem früheren Lebensstil zurückgekehrt. Die Agentur, die ich erwähnte, wuchs auf 27 Personen, und schließlich verkaufte ich sie zu einem stattlichen Preis. Es scheint, dass Menschen bereit sind, einen Aufpreis für ein Unternehmen ohne physisches Büro und technisch ohne Angestellte zu zahlen – eines, das sich über den ganzen Globus erstreckt. Es scheint auch, dass talentierte Menschen ein starkes Verlangen haben, für nicht-traditionelle Unternehmen zu arbeiten, die solche Freiheit und Flexibilität bieten.





